Text

Oktober 21, 2009

Das kann ja heiter werden

Die Koalitionsverhandlungen der schwarzen und gelben Polit– von irgendwem gewählten Personen sind voll im Gange. Die neueste Nachricht aus dem gerade entstehenden Vertrag ist das Leistungsschutzrecht für Verlage.
Kann man das, was diese Parteifunktionäre da machen überhaupt noch Politik nennen? Versteht man darunter nicht, dass diejenigen, die die Entscheidungen treffen die Macht im Staat haben?
Zumindest in einer Demokratie (Von der behauptet wird, dass wir sie in Deutschland haben) haben die Politiker die stellvertretende Macht die Interessen des Volkes zu vertreten. Bei widerstreitenden Interessen entscheidet welche Interessensgruppe die meisten Mitglieder hat. Zumindest theoretisch.
Das Verhalten des Volkes hat in den letzten Monaten, vielleicht sogar Jahren deutlich gemacht, wie groß das Interesse an der Ausweitung von Verlagsrechten ist. Diese Ausweitung wollen die Verlage, sonst keiner.
Petitionen für die Abschaffung oder zumindest Neustrukturierung der Gema, wachsende Begeisterung für die Open-Source Bewegung nicht nur in der Informatik sondern auch in der Kunst, den Wissenschaften und dem Journalismus sowie immer geringere Hemmschwelle beim Download eigentlich geschützter Musik, Texte, Programme etc. zeigen doch wie wenig die Bewohner dieses Staates an einer Ausweitung des Leistungsschutzrechtes interessiert sind.
Dennoch scheuen die gewählten Vertreter eben dieser Bewohner sich nicht genau diese Ausweitung anzustreben. Die Konsequenz aus diesem Gesetz wäre eine größere Einschränkung der Pressefreiheit, als es jede bisher dagewesene Zensur je hätte sein können.
Ein solches Gesetz würde nicht nur, wie im genannten Artikel bereits erwähnt, das Betreiben von Suchmaschinen unmöglich machen, es würde Nachrichten zum Eigentum der Verlage machen.
Kein Blogger dürfte mehr die Meldung einer Zeitung weitergeben, ohne dafür zu bezahlen. Richtigstellungen, wie sie der Bildblog seit Jahren betreibt könnten nicht mehr veröffentlicht werden, da zwar die selbst recherchierte richtige Information genannt werden darf, der Bezug auf die Falschmeldung aber nur noch mit Erlaubnis des jeweiligen Verlages möglich wäre.
Mehr als: „Ich habe in der BILD Zeitung etwas gelesen. Hier ist die richtige Information:“ wäre mit dem geplanten Gesetz illegal. Was wäre eine solche Richtigstellung wert, die die behauptete Falschmeldung nicht belegen könnte?
Es ginge noch weiter: Eine Nachricht geht durchs Land. Ein Ereignis, bei dem es viele Augenzeugen gab, die alle von den Reportern eines Verlages interviewt wurden. Anderen Verlagen würde nun die Möglichkeit entzogen selbst zu diesem Ereignis zu recherchieren, da es keine Augenzeugen mehr gibt, deren Aussagen nicht Eigentum des anderen Verlages sind. Der Verlag hätte ein Monopol auf die Nachricht. Andere Zeitungen müssten die Recherchearbeit dieses Verlages bezahlen, auch wenn sie diese Arbeit selsbt verrichten könnten. Vielleicht sogar besser. Aber es lohnt nicht mehr selbst zu recherchieren, wenn man dann doppelt dafür bezahlt.
Die Befürworter des Gesetzes sagen nun vielleicht, das ist so gar nicht geplant. Aber wie soll denn entschieden werden, ob die Aussage eines Zeugen selbst recherchiert wurde, oder aus der ersten Meldung abgeschrieben?
Die Erfahrungen mit anderen Urheberrechtsprozessen zeigen: Im Zweifel ist es geklaut!

September 14, 2009

Ein Hoch auf die Technik

Gespeichert unter: Bücher, Lesen — claudiathur @ 2:15

Wie einfach ist es doch heute an Bücher zu kommen, die man für wissentschaftliche Arbeiten benötigt.

Man tippt die Titel in einen Computer ein ein paar Klicks später ist das Buch gefunden bestellt und auf dem weg zur nächsten Ausleihtheke einer Bibliothek. Und wenn man den Titel nicht hat: kein Problem! Halbe Schlagworte genügen und eine Liste von passenden Werken ist schnell zusammengestellt. Auf die Weise lassen sich auch Bücher finden, von deren Existenz man bis dahin nicht einmal wußte. Man muss nicht erst hinaus in der Regen, um die kataloge zu wälzen. man bestellt bequem von zu Hause aus, und bemüht sich erst in die Bibliothek, wenn die Bücher zu Abholung bereit liegen.

Ist es nicht schön, wenn die Welt keine Haken hat?

Oh!

Halt!

Da ist einer: diese Welt benötigt Strom.

Und wenn an einer Entscheidenden Stelle dieser Strom nicht mehr zur Verfügung steht, dann ist es aus mit der Recherche. Und wenn ich hier „aus“ schreibe, dann meine ich das auch so. Wenn der Server der Bibliothek aus welchen Gründen auch immer zusammenbricht, dann hat der heutige Wissenschaftler keine Möglichkeit mehr die Standorte benötigter Bücher zu recherchieren. Um etwas zu finden müsste man sich durch die Regale bemühen, und jeden Einband überprüfen, ob sich der gesuchte Text dahinter verbirgt. Vieleicht ist es ein wenig einfacher, wenn die Bücher in den Regalen nicht nach Eingangsdatum sortiert sind, doch in einer gut sortierten Bibliothek wäre selbst die Suche in thematisch und/oder alphabetisch gut strukturierten Regalen eine Tortur. Zudem wäre es notwendig dass die Bibliotheken auch ihre Magazinbestände für die Nutzer öffnen. Frei zugänglich sind ja nur Bruchteile der vorhandenen Bücher. Platzsparende Magazinregale lassen dies aus Sicherheitsgründen jedoch meist nicht zu.

Wenigstens existieren die Bücher selbst aber noch. was ja inzwischen keine Slebstverständlichkeit mehr sein muss. Mikrofiches, die sich mit minimalem technischen Aufwand lesen lassen, werden immer häufiger digitalisiert, wobei die Originale zerstört werden. Antiquarische Bücher werden auseinander gerissen, um die Texte einscannen zu können. Alles kein Problem, solange es weitere Exemplare gibt. Die Vorteile der Digitalisierung sind nicht von der Hand zu weisen.

Doch werden scheinbar immer häufiger die Vorteile der alten Techniken vergessen. Papier hat mehr als bloß ästhetischen Wert. Es ist krisensicher. Es überdauert Jahrtausende. Es lässt sich ohne weitere technische Geräte nutzen.

Heute war es vielleicht nur ein halbstündiger Stromausfall.

Unbequem.

Mehr nicht.

Doch er rief wieder in Erinnerung, wie zerbrechlich unsere technisierte Welt geworden ist. Wie hilflos wir selbst, ohne unsere digitalen Helfer sind.

Was lernen wir daraus?

August 19, 2009

Karikatives

Gespeichert unter: Karikatur, Philosophie, Politik — claudiathur @ 3:31

Kaum zu glauben, dass sie erst sechzig ist

Juli 18, 2009

Schmeiß die Zukunft in die Tonne

Gespeichert unter: Politik, Sprache — claudiathur @ 10:18
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Die Stadtväter in Koblenz haben sich mal etwas ganz tolles einfallen lassen.
Alkoholiker sollen ihre Zukunft in die Tonne schmeißen. Oder wie soll diese Aufschrift sonst zu verstehen sein?Glascontainer
Der Job kommt in die braune Tonne, ist wohl der größte Sch… den man loswerden muss. Die Familie und der Respekt scheinen sauberer zu sein, die dürfen in der weißen Tonne abgeladen werden. Zukunft und Liebe schwimmen ganz auf der grünen Welle.
Natürlich gelten dieselben Wegwerfaufforderungen auch für die braven Kuchenbäcker, die ihre Obstgläser zum Altglas bringen wollen.
Folgen wir also den neuesten Plänen der Stadt Koblenz und ergeben uns dem Suff. Aber nur mit Pfandflaschen bitte, in die Altglascontainer kommen ab jetzt andere Abfälle.

Juni 20, 2009

John Cage: 4′33“

Gespeichert unter: Musik, Philosophie — claudiathur @ 9:55
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Das Stück 4′33“ von John Cage ist leider eine viel zu selten aufgeführte Komposition. Daher konnte man gestern im Rahmen eines philosophischen Konzerts an der Uni Koblenz daran teilhaben.
Eine genauere Vorankündigung, welches Stück zu dieser Gelegenheit zu Aufführung kommen sollte wurde bewußt vermieden, da wir ein möglichst unvoreingenommenes Publikum um uns versammeln wollten. Doch dies wäre kaum notwendig gewesen.
Wie ich selbst erfahren konnte benötigt man das vorherige Unwissen nicht um das Stück in all seiner Originalität genießen zu können, selbst bei der Zugabe weiß die Komposition einen noch zu überraschen.
Ich selbst war Dirigentin des Orchesters und obwohl ich wußte was kommt, ich selbst den Startschuss gab, war ich doch überwältigt von der Wahrnehmung, dass es tatsächlich still war.
Ein leider viel zu selten aufgeführtes Stück und mehr Musik als vieles von dem Lärm, der einem sonst als Musik verkauft wird.

Juni 11, 2009

Die deutsche Sprache ist Freeware, du kannst sie benutzen, ohne dafür zu bezahlen. Sie ist aber nicht Open Source, also darfst du sie nicht verändern, wie es dir gerade passt.

Auf den ersten Blick erschien mir dieser Satz SOOOOO richtig, dass ich ihn sofort zu meinem Motto machen wollte. Doch in einem Gespräch erkannte ich die Zweideutigkeit dieser Bemerkung, und die offensichtliche Falschheit der von mir nicht sofort erkannten Deutung.
Es ist richtig, man darf die Sprache nicht verändern wie es einem gerade passt. Es gibt Sachen, die sind einfach falsch, und das tut man seiner Muttersprache einfach nicht an. Hierzu zählen in meinen Augen zum Beispiel die berühmten Genitivapostrophe, die neuerdings auch immer öfter im Plural zu entdecken sind. Hierzu zählen aber auch viele Werbesprüche, die mit offensichtlicher Falschheit Aufmerksamkeit erregen wollen.
Das Buch „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ und all die anderen Werke von Bastian Sick können noch viele solcher Beispiele aufzählen, in denen die deutsche Sprache gequält und gegeißelt wird.
Doch bei genauerem Hinsehen entspricht dies nicht der Warnung, die deutsche Sprache sei nicht Open Soource. Jeder, der schon einmal mit entsprechenden Programmen gearbeitet hat, wird wissen, dass Fehler auch hier unerwünscht sind. Open Source ist eine Möglichkeit Programme zu verbessern. Auf die Sprache bezogen, Dinge auszudrücken, die vorher nicht ausdrückbar waren.
Wäre eine Sprache ausschließlich Freeware, also nicht veränderbar, dann würden wir heute noch genauso sprechen, wie vor 1000 Jahren. Wie würden wir uns wohl ausdrücken, wenn wir nach dem Bus zum Flughafen fragen? Wie würden wir unsere Gefühle ausdrücken? Die ja etwas einmaliges sind, die eíne Ausdrucksweise verlangen, die noch niemand vor uns benutzt hat.
Sprache ist etwas lebendiges. Sie will auch lebendig genutzt werden, und dies ist nur auf dem „Open Source Modus“ möglich. Die jetzt gesprochene Sprache ist begrenzt. Die Grammatik ist begrenzt, die Vokabeln sind es. Um etwas neues auszudrücken muss die Sprache erweitert werden.
Doch wie kann dies geschehen, ohne, dass wir uns in einem babylonischen Kauderwelsch verlieren?
Wittgenstein wollte die Grenzen der Sprache anerkennen, worüber man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen. Es wäre schade sich mit dieser Einsicht abzufinden, ohne die Möglichkeiten der Sprachneugestaltung voll auszuschöpfen.
In diesem Sinne, ein Frühliungsgedicht:

Auf
Bäumen
Crabbeln
Die
Eichhörnchen.
Flatterlinge
Gleiten
Hin
In
Jubelnd
Klares
Lachen.
Meine
Nase
Ortet
Prima
Qurillfeuer.
Rasen
Sitzend
Teilen
Unsere
Vesper,
Während
Xenien
Yust
Zwitschern.

Juni 1, 2009

Leben wie ein i-Dötzchen

Gespeichert unter: Lesen, Werbesprüche — claudiathur @ 5:56
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Wenn man nochmal erleben möchte wie ein Erstklässler sich fühlt, wenn er durch eine Stadt läuft, sollte man eine Reise nach Griechenland erwägen,
Es ist so irritierend vor den vielen Plakaten und Schriftzügen zu stehen, ohne wirklich zu vertehen was dort steht. Gut es mag schwieriger sein, weil mir nicht nur die Buchstaben sondern auch die Sprache Schwierigkeiten machen. Letztere komischerweise mehr. Dabei hab ich doch bei Herrn Meyer griechisch gelernt.
(Wer diesen Witz jetzt nicht versteht sollte sich mal Walther von der Vogelweide im Original durchlesen. Der war noch einige hundert Jahre später.) Aber zurück zu den Buchstaben. Ich kenne alle. Das wars aber auch schon. Jedenfalls bei den Großen. Und Plakate, das kennt man auch von zuhause, sind selten wie normale Texte geschrieben. Aber im Gegensatz zu einem i-Dötzchen, das freiwillig und mit großer Neugier versucht jedes Plakat zu entziffern, und sich über die Erfolge freut, bin ich es inzwischen so gewohnt, Plakate lesen zu können, dass ich mich nur mit großer Mühe dagegen wehren kann, solange auf die Plakate zu schauen, bis sich mir der Wortklang erschlossen hat. Was nicht unbedingt förderlich ist, wenn man sich unterhalten möchte.
Aber vielleicht ist dieser Aufenthalt auch die richtige ZEN-Übung, um die Aufmerksamkeit, die man Plakatbotschaften zuwendet in Zukunft besser kontrollieren zu können.

April 23, 2009

Welttag des Buches und des Urheberrechts

Gespeichert unter: Bücher — claudiathur @ 5:56
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Heute Gedenken wir dem Buch und dem Lesen.
Greifen wir uns doch alle ein Buch, welches wir schon seit langen lesen wollten und lassen alle anderen Ablenkungen beiseite.

Heute wird gelesen. Nicht nur bei mir.

Aber so, dass auch die Rechte des Autoren gewahrt bleiben.
Bei einem Buch doch selbstverständlich, weil niemand Seitenweise kopiert?

Nun das mag bei schöner Literatur der Fall sein. Zum einen weil die Kopien nicht billiger sind, als das Buch, zum anderen, weil es bei Literatur auch auf den Genuss des Lesens ankommt. Der ist bei einem richtigen Buch einfach größer.

Also ehren wir an unserem Leseabend das Urheberrecht, und überlegen mal für wen das alles so gilt.
Es dient dem Schutz der Autoren und Künstler.
Wieso sind es dann immer die Firmen, die sich beschweren, wenn es umgangen wird?

April 1, 2009

Das Verbrechen der Vernunft

Gespeichert unter: Bücher — claudiathur @ 1:20
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Das Verbrechen der Vernunft.
von Robert B. Laughlin
Erschienen in der Edition unsfeld im Suhrkamp Verlag

Betrug an der Wissensgesellschaft! Ist das Buch untertitelt.
Ein Großer Titel, ein Werk das viele wichtige Fragen zu stellen weiß. Leider von einem Autoren, der sie nicht mit gebührendem Respekt behandelt. Und leider nicht nur die Fragen, sondern auch die Logik und das wissenschaftliche Denken an sich tritt dieser Robert gerne mal mit Füßen.
Bereits auf der ersten Seite belehrt er uns, dass all unsere Jugenderfahrungen zum Thema Wissen falsch sind.
Die Ansicht, „Vernunft und Verstehen seien natürliche menschliche Fähigkeiten, auf die wir ein Recht hätten“ (S.7) sei falsch, weil ökonomisch wertvolles Wissen Privateigentum sei.
Nun der Mann mag Recht haben, dass manche Fakten zu Privateigentum erklärt werden, doch dies ändert doch nichts an der Tatsache, dass Vernunft und Verstehen an sich etwas gutes sind, und in dieser Gesellschaft für förderungswürdig gehalten werden.
Doch solche Fehler in der Argumentation sollen uns Leser nicht davon abhalten die Denkanstöße des Werkes zu bemerken und zu reflektieren.
Wir stehen am Beginn der so genannten Wissensgesellschaft, Information wird damit zu einem immer wichtiger werdenden Gut. Vielleicht auch umgekehrt, wie Laughlin mehrfach hinweist. Die Information wird zu einem Gut gemacht, und dadurch entsteht erst die Wissensgesellschaft. Doch die Frage nach dem Huhn und dem Ei halte ich an dieser Stelle für zweitrangig. Entscheidend ist, dass Information, also Faktenwissen, momentan einen wirtschaftlichen Wert besitzen kann, und das nicht ausschließlich wenn es geheimgehalten wird. Der Wert wird durch Geheimhaltung allenfalls gesteigert, nicht hervorgerufen.
Jeder Mensch auf der Erde weiß, wie ein Rad funktioniert, dennoch ist dieses Wissen für einen Reifenhersteller nicht wertlos. Ohne dieses Wissen könnte er keine brauchbaren Reifen produzieren. Hat er jetzt zudem noch Wissen über eine besondere Gummimischung kann er bessere Reifen als seine Konkurrenten herstellen. Er ist im Vorteil, solange das Wissen um die Gummimischung geheim bleibt. Dennoch bleibt ja nicht ausgeschlossen, dass sein Konkurrent Forscher daran setzt, eine noch bessere Mischung zu entwickeln. Wenn dem das gelingt, kann die eigene Mischung so geheim sein, wie sie will, sie bringt keinen Vorteil mehr. Aber kein Reifenhersteller käme nun auf die Idee, das alte Rezept zu löschen. Und warum?
Weil dieses Wissen immer noch seinen Wert für die Reifenherstellung hat. Es ist nicht mehr die beste Mischung aber immer noch eine gute.
Doch Laughlin möchte uns weiß machen, dass das alte Rezept auf den Müll kommt, sobald irgendwo eine neue Mischung entdeckt wurde. Man hat nicht mehr das neueste Wissen, also hat man gar keines mehr.
Ähnlich müssen sich Schüler fühlen, denen in der Schule vieles über Politik und Geschichte beigebracht wurde, und an der Uni weiht ein älteres Semester in die Hohe Kunst der Verschwörungstheorie ein.
Vergiss, was du bisher gelernt hast, hier lernt du wie es wirklich ist.

Laughlin spricht sich in einem Text deutlich gegen Urheberrechtsschutz und Patente aus. Die Beispiele die er nennt regen auch zum Nachdenken an. Wenn es tatsächlich so ist, dass durch die Patentierung des menschlichen Genoms Forschungen eingestellt werden mussten, weil sie an Teilen dieses Genoms forschten, dann ist das Patentamt an dieser Stelle mehr als zu weit gegangen. Wenn jedoch ein Labor viel Geld in die Entwicklung eines Arzneimittels steckt, dann ist es doch normal, das dieses Labor auch die Lorbeeren der Forschung ernten möchte. Schwarze Schafe, die nach Ablauf des Patents mit Tricks ihr Monopol sichern möchten, wird es immer geben. Sie sind kein Grund das gesamte Patentsystem abzuschaffen.
Am Ende seines Werkes erschafft Laughlin ein Utopie. Eine Gesellschaft auf dem Mond, die kein Patentrecht kennt. Eine Welt in der jeder forschen darf woran er will, und jeder die Ergebnisse anderer Forscher für sich nutzen kann.
Einen Fehler hat diese Utopie, die Gesellschaft auf dem Mond hatte eine Wirtschaft. Sie kannten Geld, kaufen und verkaufen.
Geldverdienen war einer der Hauptanreize in dieser Gesellschaft etwas zu tun.
Was sollte also in dieser Gesellschaft jemanden dazu bewegen langwierige Forschung zu betreiben?
Die einfachste Art Geld zu verdienen wäre doch, zu warten bis ein Kollege kurz vor der Vollendung seiner Erfindung steht und diese dann zu stehlen. Oder sogar erst nach Vollendung der Erfindung, das ganze nachzubauen und mit geschickterem Marketing an die Kundschaft zu bringen.
Ohne den Schutz geistigen Eigentums, wäre Innovation in einer kapitalistischen Gesellschaft nicht möglich.
Erfindungen würden sich auf Werbesprüche und minimale Änderungen bekannter Dinge beschränken.
Die Menschheit brauchte 20 000 Jahre vom Rad zum Automobil, aber nur wenige Jahrzehnte von der Dampfmaschine zum Atomkraftwerk.
Der Schutz geistigen Eigentums erschafft doch erst das Klima in dem hauptberufliche Forscher wachsen. Ohne Patente bleibt der Fortschritt dem Zufall überlassen.

Dennoch sollte Laughlins Buch Gehör finden. Denn die Regulierungswut, die alle Bereiche unseres Lebens bereits ergriffen hat, macht auch vor dem Schutz geistigen Eigentums nicht Halt, und treibt hier Blüten, die jeden Vorteil in ihren eigenen Albtraum verwandeln.
Das Buch „Das Verbrechen der Vernunft“ soll zum Nachdenken anregen. Und trotz aller logischer Mängel tut es das auch.

März 25, 2009

Wie man es nicht macht

Gespeichert unter: Spaß — claudiathur @ 10:44
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Ich bin gestern auf einen Blogartikel gestoßen, der eine sehr heftige Kommentardiskussion auslöste.

Hier kann man herrlich ansehen, wie man NICHT diskutiert. Es ist zum schieflachen, nehmt euch ein wenig Geduld für diese Diskussion, sie erstreckt sich auf ca. 250 Kommentare, aber jeder Beitrag ist es wert.

Vom Topleveln über persönliche Angriffe bis hin zu völliger Ignoranz der Beiträge, auf die man antwortet ist hier alles zu finden, und das ganze in einer Sprache, die man kaum als deutsch bezeichnen kann. Doch selbst diese Fehler sind noch zum schreien komisch.

Realsatire in Höchstform.

ZUm Hintergrund dieses Werkes:

Der Inhaber des Blogs hat im Nachhinein einige Beiträge ein wenig zensieren müssen, da die Hauptrednrein der Diskussion erst viel später erkannte, dass es wohl nicht so klug ist unter seinem realen Namen einen solchen Bockmist von sich zu geben.

Ohne irgendeine Grundlage drohte sie nun dem Inhaber des Blogs mit rechtlichen Schritten. Wie sie auf die Idee kam, dies wäre möglich ist schleierhaft, da sie selbst und freiwillig ihren Namen in diese Diskussion eingebracht hat.

Aus purer Nettigkeit änderte 3Bein Peter also den Namen dieser Person in ’siesie’ und löschte alle Links auf ihre privaten Seiten.

Die überaus erheiternde Diskussion ließ er zum Glück für alle anderen aber weiterhin online.

Danke!

Also viel Spaß mit Sissi

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