Text

Januar 19, 2010

Was bedeutet Autorschaft?

Filed under: Lesen,Literaturwissenschaft,Philosophie,Schreiben — claudiathur @ 4:25 pm
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Der Hersteller eines Textes ist sein Autor. Doch akzeptiert man diese Definition, umgeht man das wichtigste und aktuellste Problem bei der Frage nach der Autorschaft.

Macht es für das Verständnis eines Textes einen Unterschied, wer der Urheber ist? Literaturwissenschaftler mehrerer Epochen haben sich über diese Frage den Kopf zerbrochen. Steht der Text für sich, erübrigt sich die Frage nach dem Autoren. Bei dieser Interpretation wäre es auch unwichtig, nach dem Urheber überhaupt zu fragen. Bei Texten, die von mehreren Autoren gemeinsam erstellt werden, fällt so auch der Streit darüber weg, wer wie viel für den Text getan hat. Ein Text ist ein Text ist ein Text.

Immer mehr Texte im Internet werden anonym oder unter nicht nachvollziehbarem Pseudonym veröffentlicht. Wer hier eine Autorschaft braucht, um den Text zu verstehen, hat oft ein Problem. Wichtiger als bei schöner Literatur ist aber die Frage des Vertrauens bei informierenden Texten. Ich will wissen, wer einen Text geschrieben hat, um einschätzen zu können, ob ich der Information vertraue.

Doch wie hält man es mit Texten im Internet? Vertraut man denen? Ich gehe davon aus, dass viele Texte im Netz nicht mit der Sorgfalt und dem Hintergrundwissen geschrieben werden, das für einen Aufsatz in einem Buch oder einer renommierten Zeitschrift nötig wäre. Einfach weil es weniger Kontrollinstanzen gibt, die schlecht recherchierte Texte aussortieren würden. Um diesen schlechten Texten zu entgehen, muss nun jeder Leser für sich eine redaktionelle Grenze ziehen, zum Beispiel indem nur Autoren, die gute Arbeit bereits bewiesen haben, in den Feedreader aufgenommen werden.

Wie verhält es sich aber, wenn sich herausstellt, dass einer dieser Autoren gar kein Autor ist? Wenn die Autorschaft von mehreren geteilt wird. Wenn jeder Text von einer anderen Person stammt, die ihre Arbeit zur Verfügung gestellt haben. Ändert das etwas an der Qualität der Texte? Am Vertrauen? Was? Vorher hatte ich eine Liste von Texten, die ein Autor verfasst hat. Nachher habe ich eine Liste von Texten, die jemand auf ihre Qualität geprüft hat. Welche Rolle spielt der Autor?

Januar 12, 2010

Spuren im Schnee

Filed under: Lernen,Lesen,Schreiben — claudiathur @ 2:25 pm

Weiß wie ein frisch verschneites Feld liegt das Papier vor mir. Keine Spur verrät mir die Richtung. Ich habe Angst. Wohin geht die Reise? Der Schnee verrät die Zukunft nicht. Auch beim Schreiben bin ich allein. Ich setze eine Überschrift in der Hoffnung, dass sie mir die Richtung weist. Tut sie nicht. Stattdessen wird aus dem Text eine Schreibübung. Stures Tippen sinnloser Buchstabenfolgen. asdf jklö Auf und ab die Tastatur, ohne nachzudenken führen plötzlich eine Reihe von Fußstapfen über das schneeweiße Papier. Ach nein. Den Bildschirm. Papier ist nicht so geduldig mit Fehlern und zuckenden Fingern. Auf dem Ü Papier v v bleibt ke h jeder Bic BUChdta Buchstabe stehen, egal ob er geplab geü geplant war oder nicht.
Ein Hoch auf die Technik!
Dank sei der Löschentaste. Eine Technik die dazu verführt das Erlernen ihres Umgangs für weniger wichtig zu erachten. Kürzlich las ich einen Artikel von einer Mutter, die ihrem Sohn die Mühen des Erlernens der Handschrift ersparen wollte. Das Schreiben mit der Hand sei überholt und es sei reaktionär, Kinder damit immer noch zu quälen.
Es mag tatsächlich so sein, dass Kinder mit hässlicher Handschrift von Lehrern ungerechtfertigt benachteiligt werden. Doch daraus abzuleiten die Handschrift in Schulen besser gar nicht zu unterrichten schießt wohl doch über das Ziel hinaus. Denn bevor man argumentiert, wie viel einfacher die Kinder es haben könnten, sollte man einmal einem Kind das Tippen beibringen.
Zwar quält sich hier niemand mit der Form des großen G, aber die Forderung beim Tippen nicht auf die Tastatur zu schauen stößt bei den Kindern auf mindestens ebenso viel Unwillen.
Schreiben lernen ist schwer. Das war es schon immer. Die Abschaffung der Handschrift in den Schulen wird es nicht einfacher machen. Das wird das Problem nur verlagern. Die erwähnte Mutter wollte dagegen ihrem Kind die Schulzeit einfach machen und schickte es auf eine Schule, in der die Hausaufgaben diktiert werden dürfen. Auch diktieren will gelernt sein. Manche Sekretärin wird da ein Lied von singen können. Doch dem Kind ist kaum ein Gefallen getan, wenn es von der Mühe des Schreibens einfach entbunden wird.

Es gibt Unterschiede zwischen der Forderung nach leserlicher Schrift und Kalligraphie. Letzteres gehörte schon immer zur Kür, aber Lesbarkeit ist das, was eine Schrift von Krakel unterscheidet, wodurch Buchstabenfolgen Bedeutung erhalten. Ob man zum Schreiben einen Griffel auf einer Tonscherbe, Tinte auf Papier oder eine Tastatur benutzt ist dabei tatsächlich nicht von Bedeutung. Aber um langwierige, stumpfsinnige Übungen kommt man bei keiner Schriftart herum. Erst die jahrelange Übung lässt zu, dass die Gedanken wie selbstverständlich aus den Fingern fließen. Und Kinder die das nicht einsehen, muss man leider zu ihrem Glück zwingen.

Dezember 14, 2009

Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

Filed under: Philosophie — claudiathur @ 12:18 pm

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
Immanuel Kant hat geprägt, wie kein anderer, was wir unter dem Begriff Aufklärung zu verstehen haben. Doch Kant war ein Zeitgenosse dieser Epoche.

Er starb 1804, die Aufklärung mit ihm.

Mit romantischem Mythengesang wurde sie zu Grabe getragen und ihre trauerbeflorte Fotografie wurde zum Götzenbild unserer Zeit.

Das Zeitalter der Aufklärung? Das war doch in den 1960ern, oder?

Oktober 21, 2009

Das kann ja heiter werden

Die Koalitionsverhandlungen der schwarzen und gelben Polit– von irgendwem gewählten Personen sind voll im Gange. Die neueste Nachricht aus dem gerade entstehenden Vertrag ist das Leistungsschutzrecht für Verlage.
Kann man das, was diese Parteifunktionäre da machen überhaupt noch Politik nennen? Versteht man darunter nicht, dass diejenigen, die die Entscheidungen treffen die Macht im Staat haben?
Zumindest in einer Demokratie (Von der behauptet wird, dass wir sie in Deutschland haben) haben die Politiker die stellvertretende Macht die Interessen des Volkes zu vertreten. Bei widerstreitenden Interessen entscheidet welche Interessensgruppe die meisten Mitglieder hat. Zumindest theoretisch.
Das Verhalten des Volkes hat in den letzten Monaten, vielleicht sogar Jahren deutlich gemacht, wie groß das Interesse an der Ausweitung von Verlagsrechten ist. Diese Ausweitung wollen die Verlage, sonst keiner.
Petitionen für die Abschaffung oder zumindest Neustrukturierung der Gema, wachsende Begeisterung für die Open-Source Bewegung nicht nur in der Informatik sondern auch in der Kunst, den Wissenschaften und dem Journalismus sowie immer geringere Hemmschwelle beim Download eigentlich geschützter Musik, Texte, Programme etc. zeigen doch wie wenig die Bewohner dieses Staates an einer Ausweitung des Leistungsschutzrechtes interessiert sind.
Dennoch scheuen die gewählten Vertreter eben dieser Bewohner sich nicht genau diese Ausweitung anzustreben. Die Konsequenz aus diesem Gesetz wäre eine größere Einschränkung der Pressefreiheit, als es jede bisher dagewesene Zensur je hätte sein können.
Ein solches Gesetz würde nicht nur, wie im genannten Artikel bereits erwähnt, das Betreiben von Suchmaschinen unmöglich machen, es würde Nachrichten zum Eigentum der Verlage machen.
Kein Blogger dürfte mehr die Meldung einer Zeitung weitergeben, ohne dafür zu bezahlen. Richtigstellungen, wie sie der Bildblog seit Jahren betreibt könnten nicht mehr veröffentlicht werden, da zwar die selbst recherchierte richtige Information genannt werden darf, der Bezug auf die Falschmeldung aber nur noch mit Erlaubnis des jeweiligen Verlages möglich wäre.
Mehr als: „Ich habe in der BILD Zeitung etwas gelesen. Hier ist die richtige Information:“ wäre mit dem geplanten Gesetz illegal. Was wäre eine solche Richtigstellung wert, die die behauptete Falschmeldung nicht belegen könnte?
Es ginge noch weiter: Eine Nachricht geht durchs Land. Ein Ereignis, bei dem es viele Augenzeugen gab, die alle von den Reportern eines Verlages interviewt wurden. Anderen Verlagen würde nun die Möglichkeit entzogen selbst zu diesem Ereignis zu recherchieren, da es keine Augenzeugen mehr gibt, deren Aussagen nicht Eigentum des anderen Verlages sind. Der Verlag hätte ein Monopol auf die Nachricht. Andere Zeitungen müssten die Recherchearbeit dieses Verlages bezahlen, auch wenn sie diese Arbeit selsbt verrichten könnten. Vielleicht sogar besser. Aber es lohnt nicht mehr selbst zu recherchieren, wenn man dann doppelt dafür bezahlt.
Die Befürworter des Gesetzes sagen nun vielleicht, das ist so gar nicht geplant. Aber wie soll denn entschieden werden, ob die Aussage eines Zeugen selbst recherchiert wurde, oder aus der ersten Meldung abgeschrieben?
Die Erfahrungen mit anderen Urheberrechtsprozessen zeigen: Im Zweifel ist es geklaut!

September 14, 2009

Ein Hoch auf die Technik

Filed under: Bücher,Lesen — claudiathur @ 2:15 pm

Wie einfach ist es doch heute an Bücher zu kommen, die man für wissentschaftliche Arbeiten benötigt.

Man tippt die Titel in einen Computer ein ein paar Klicks später ist das Buch gefunden bestellt und auf dem weg zur nächsten Ausleihtheke einer Bibliothek. Und wenn man den Titel nicht hat: kein Problem! Halbe Schlagworte genügen und eine Liste von passenden Werken ist schnell zusammengestellt. Auf die Weise lassen sich auch Bücher finden, von deren Existenz man bis dahin nicht einmal wußte. Man muss nicht erst hinaus in der Regen, um die kataloge zu wälzen. man bestellt bequem von zu Hause aus, und bemüht sich erst in die Bibliothek, wenn die Bücher zu Abholung bereit liegen.

Ist es nicht schön, wenn die Welt keine Haken hat?

Oh!

Halt!

Da ist einer: diese Welt benötigt Strom.

Und wenn an einer Entscheidenden Stelle dieser Strom nicht mehr zur Verfügung steht, dann ist es aus mit der Recherche. Und wenn ich hier „aus“ schreibe, dann meine ich das auch so. Wenn der Server der Bibliothek aus welchen Gründen auch immer zusammenbricht, dann hat der heutige Wissenschaftler keine Möglichkeit mehr die Standorte benötigter Bücher zu recherchieren. Um etwas zu finden müsste man sich durch die Regale bemühen, und jeden Einband überprüfen, ob sich der gesuchte Text dahinter verbirgt. Vieleicht ist es ein wenig einfacher, wenn die Bücher in den Regalen nicht nach Eingangsdatum sortiert sind, doch in einer gut sortierten Bibliothek wäre selbst die Suche in thematisch und/oder alphabetisch gut strukturierten Regalen eine Tortur. Zudem wäre es notwendig dass die Bibliotheken auch ihre Magazinbestände für die Nutzer öffnen. Frei zugänglich sind ja nur Bruchteile der vorhandenen Bücher. Platzsparende Magazinregale lassen dies aus Sicherheitsgründen jedoch meist nicht zu.

Wenigstens existieren die Bücher selbst aber noch. was ja inzwischen keine Slebstverständlichkeit mehr sein muss. Mikrofiches, die sich mit minimalem technischen Aufwand lesen lassen, werden immer häufiger digitalisiert, wobei die Originale zerstört werden. Antiquarische Bücher werden auseinander gerissen, um die Texte einscannen zu können. Alles kein Problem, solange es weitere Exemplare gibt. Die Vorteile der Digitalisierung sind nicht von der Hand zu weisen.

Doch werden scheinbar immer häufiger die Vorteile der alten Techniken vergessen. Papier hat mehr als bloß ästhetischen Wert. Es ist krisensicher. Es überdauert Jahrtausende. Es lässt sich ohne weitere technische Geräte nutzen.

Heute war es vielleicht nur ein halbstündiger Stromausfall.

Unbequem.

Mehr nicht.

Doch er rief wieder in Erinnerung, wie zerbrechlich unsere technisierte Welt geworden ist. Wie hilflos wir selbst, ohne unsere digitalen Helfer sind.

Was lernen wir daraus?

August 19, 2009

Karikatives

Filed under: Karikatur,Philosophie,Politik — claudiathur @ 3:31 pm

Kaum zu glauben, dass sie erst sechzig ist

Juli 18, 2009

Schmeiß die Zukunft in die Tonne

Filed under: Politik,Sprache — claudiathur @ 10:18 am
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Die Stadtväter in Koblenz haben sich mal etwas ganz tolles einfallen lassen.
Alkoholiker sollen ihre Zukunft in die Tonne schmeißen. Oder wie soll diese Aufschrift sonst zu verstehen sein?Glascontainer
Der Job kommt in die braune Tonne, ist wohl der größte Sch… den man loswerden muss. Die Familie und der Respekt scheinen sauberer zu sein, die dürfen in der weißen Tonne abgeladen werden. Zukunft und Liebe schwimmen ganz auf der grünen Welle.
Natürlich gelten dieselben Wegwerfaufforderungen auch für die braven Kuchenbäcker, die ihre Obstgläser zum Altglas bringen wollen.
Folgen wir also den neuesten Plänen der Stadt Koblenz und ergeben uns dem Suff. Aber nur mit Pfandflaschen bitte, in die Altglascontainer kommen ab jetzt andere Abfälle.

Juni 20, 2009

John Cage: 4’33“

Filed under: Musik,Philosophie — claudiathur @ 9:55 am
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Das Stück 4’33“ von John Cage ist leider eine viel zu selten aufgeführte Komposition. Daher konnte man gestern im Rahmen eines philosophischen Konzerts an der Uni Koblenz daran teilhaben.
Eine genauere Vorankündigung, welches Stück zu dieser Gelegenheit zu Aufführung kommen sollte wurde bewußt vermieden, da wir ein möglichst unvoreingenommenes Publikum um uns versammeln wollten. Doch dies wäre kaum notwendig gewesen.
Wie ich selbst erfahren konnte benötigt man das vorherige Unwissen nicht um das Stück in all seiner Originalität genießen zu können, selbst bei der Zugabe weiß die Komposition einen noch zu überraschen.
Ich selbst war Dirigentin des Orchesters und obwohl ich wußte was kommt, ich selbst den Startschuss gab, war ich doch überwältigt von der Wahrnehmung, dass es tatsächlich still war.
Ein leider viel zu selten aufgeführtes Stück und mehr Musik als vieles von dem Lärm, der einem sonst als Musik verkauft wird.

Juni 11, 2009

Die deutsche Sprache ist Freeware, du kannst sie benutzen, ohne dafür zu bezahlen. Sie ist aber nicht Open Source, also darfst du sie nicht verändern, wie es dir gerade passt.

Auf den ersten Blick erschien mir dieser Satz SOOOOO richtig, dass ich ihn sofort zu meinem Motto machen wollte. Doch in einem Gespräch erkannte ich die Zweideutigkeit dieser Bemerkung, und die offensichtliche Falschheit der von mir nicht sofort erkannten Deutung.
Es ist richtig, man darf die Sprache nicht verändern wie es einem gerade passt. Es gibt Sachen, die sind einfach falsch, und das tut man seiner Muttersprache einfach nicht an. Hierzu zählen in meinen Augen zum Beispiel die berühmten Genitivapostrophe, die neuerdings auch immer öfter im Plural zu entdecken sind. Hierzu zählen aber auch viele Werbesprüche, die mit offensichtlicher Falschheit Aufmerksamkeit erregen wollen.
Das Buch „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ und all die anderen Werke von Bastian Sick können noch viele solcher Beispiele aufzählen, in denen die deutsche Sprache gequält und gegeißelt wird.
Doch bei genauerem Hinsehen entspricht dies nicht der Warnung, die deutsche Sprache sei nicht Open Soource. Jeder, der schon einmal mit entsprechenden Programmen gearbeitet hat, wird wissen, dass Fehler auch hier unerwünscht sind. Open Source ist eine Möglichkeit Programme zu verbessern. Auf die Sprache bezogen, Dinge auszudrücken, die vorher nicht ausdrückbar waren.
Wäre eine Sprache ausschließlich Freeware, also nicht veränderbar, dann würden wir heute noch genauso sprechen, wie vor 1000 Jahren. Wie würden wir uns wohl ausdrücken, wenn wir nach dem Bus zum Flughafen fragen? Wie würden wir unsere Gefühle ausdrücken? Die ja etwas einmaliges sind, die eíne Ausdrucksweise verlangen, die noch niemand vor uns benutzt hat.
Sprache ist etwas lebendiges. Sie will auch lebendig genutzt werden, und dies ist nur auf dem „Open Source Modus“ möglich. Die jetzt gesprochene Sprache ist begrenzt. Die Grammatik ist begrenzt, die Vokabeln sind es. Um etwas neues auszudrücken muss die Sprache erweitert werden.
Doch wie kann dies geschehen, ohne, dass wir uns in einem babylonischen Kauderwelsch verlieren?
Wittgenstein wollte die Grenzen der Sprache anerkennen, worüber man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen. Es wäre schade sich mit dieser Einsicht abzufinden, ohne die Möglichkeiten der Sprachneugestaltung voll auszuschöpfen.
In diesem Sinne, ein Frühliungsgedicht:

Auf
Bäumen
Crabbeln
Die
Eichhörnchen.
Flatterlinge
Gleiten
Hin
In
Jubelnd
Klares
Lachen.
Meine
Nase
Ortet
Prima
Qurillfeuer.
Rasen
Sitzend
Teilen
Unsere
Vesper,
Während
Xenien
Yust
Zwitschern.

Juni 1, 2009

Leben wie ein i-Dötzchen

Filed under: Lesen,Werbesprüche — claudiathur @ 5:56 am
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Wenn man nochmal erleben möchte wie ein Erstklässler sich fühlt, wenn er durch eine Stadt läuft, sollte man eine Reise nach Griechenland erwägen,
Es ist so irritierend vor den vielen Plakaten und Schriftzügen zu stehen, ohne wirklich zu vertehen was dort steht. Gut es mag schwieriger sein, weil mir nicht nur die Buchstaben sondern auch die Sprache Schwierigkeiten machen. Letztere komischerweise mehr. Dabei hab ich doch bei Herrn Meyer griechisch gelernt.
(Wer diesen Witz jetzt nicht versteht sollte sich mal Walther von der Vogelweide im Original durchlesen. Der war noch einige hundert Jahre später.) Aber zurück zu den Buchstaben. Ich kenne alle. Das wars aber auch schon. Jedenfalls bei den Großen. Und Plakate, das kennt man auch von zuhause, sind selten wie normale Texte geschrieben. Aber im Gegensatz zu einem i-Dötzchen, das freiwillig und mit großer Neugier versucht jedes Plakat zu entziffern, und sich über die Erfolge freut, bin ich es inzwischen so gewohnt, Plakate lesen zu können, dass ich mich nur mit großer Mühe dagegen wehren kann, solange auf die Plakate zu schauen, bis sich mir der Wortklang erschlossen hat. Was nicht unbedingt förderlich ist, wenn man sich unterhalten möchte.
Aber vielleicht ist dieser Aufenthalt auch die richtige ZEN-Übung, um die Aufmerksamkeit, die man Plakatbotschaften zuwendet in Zukunft besser kontrollieren zu können.

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