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September 14, 2009

Ein Hoch auf die Technik

Filed under: Bücher,Lesen — claudiathur @ 2:15 pm

Wie einfach ist es doch heute an Bücher zu kommen, die man für wissentschaftliche Arbeiten benötigt.

Man tippt die Titel in einen Computer ein ein paar Klicks später ist das Buch gefunden bestellt und auf dem weg zur nächsten Ausleihtheke einer Bibliothek. Und wenn man den Titel nicht hat: kein Problem! Halbe Schlagworte genügen und eine Liste von passenden Werken ist schnell zusammengestellt. Auf die Weise lassen sich auch Bücher finden, von deren Existenz man bis dahin nicht einmal wußte. Man muss nicht erst hinaus in der Regen, um die kataloge zu wälzen. man bestellt bequem von zu Hause aus, und bemüht sich erst in die Bibliothek, wenn die Bücher zu Abholung bereit liegen.

Ist es nicht schön, wenn die Welt keine Haken hat?

Oh!

Halt!

Da ist einer: diese Welt benötigt Strom.

Und wenn an einer Entscheidenden Stelle dieser Strom nicht mehr zur Verfügung steht, dann ist es aus mit der Recherche. Und wenn ich hier „aus“ schreibe, dann meine ich das auch so. Wenn der Server der Bibliothek aus welchen Gründen auch immer zusammenbricht, dann hat der heutige Wissenschaftler keine Möglichkeit mehr die Standorte benötigter Bücher zu recherchieren. Um etwas zu finden müsste man sich durch die Regale bemühen, und jeden Einband überprüfen, ob sich der gesuchte Text dahinter verbirgt. Vieleicht ist es ein wenig einfacher, wenn die Bücher in den Regalen nicht nach Eingangsdatum sortiert sind, doch in einer gut sortierten Bibliothek wäre selbst die Suche in thematisch und/oder alphabetisch gut strukturierten Regalen eine Tortur. Zudem wäre es notwendig dass die Bibliotheken auch ihre Magazinbestände für die Nutzer öffnen. Frei zugänglich sind ja nur Bruchteile der vorhandenen Bücher. Platzsparende Magazinregale lassen dies aus Sicherheitsgründen jedoch meist nicht zu.

Wenigstens existieren die Bücher selbst aber noch. was ja inzwischen keine Slebstverständlichkeit mehr sein muss. Mikrofiches, die sich mit minimalem technischen Aufwand lesen lassen, werden immer häufiger digitalisiert, wobei die Originale zerstört werden. Antiquarische Bücher werden auseinander gerissen, um die Texte einscannen zu können. Alles kein Problem, solange es weitere Exemplare gibt. Die Vorteile der Digitalisierung sind nicht von der Hand zu weisen.

Doch werden scheinbar immer häufiger die Vorteile der alten Techniken vergessen. Papier hat mehr als bloß ästhetischen Wert. Es ist krisensicher. Es überdauert Jahrtausende. Es lässt sich ohne weitere technische Geräte nutzen.

Heute war es vielleicht nur ein halbstündiger Stromausfall.

Unbequem.

Mehr nicht.

Doch er rief wieder in Erinnerung, wie zerbrechlich unsere technisierte Welt geworden ist. Wie hilflos wir selbst, ohne unsere digitalen Helfer sind.

Was lernen wir daraus?

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1 Kommentar »

  1. „Geschichte bewahren: Es ist eine Ironie, dass die Computerrevolution es schwerer und nicht leichter gemacht hat, unsere Werke zu bewahren. Heute können wir ein Stück von Shakespeare lesen, dass vor 400 Jahren geschrieben wurde, aber wir können kein Textverarbeitungsdokument lesen, das wir vor 5 Jahren gespeichert haben.
    Das digitale Medium mag eine perfekte Kopie des Dokumentes bewahren, aber was nützt das wenn in 50 Jahren niemand mehr eine Kopie von Word 97 hat um es zu lesen? Die Computerrevolution ist noch keine 50 Jahre alt. Der erste PC entstand vor 25 Jahren. Windows 95 entstand vor 10 Jahren. Dokumente, die vor 5 Jahren geschrieben wurden sind üblicherweise heute unlesbar. Wie können wir hoffen, Informationen zu bewahren, die die Menschen in 400 Jahren von heute lesen können?“, eigene Übersetzung von Open Dokument Fellowship.
    Vom physischen Verfall digitaler Medien mal abgesehen ist odf ein Schritt in eine sinnvolle Richtung, auch in dieser Hinsicht.

    Kommentar von Knut — September 18, 2009 @ 7:53 pm | Antwort


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